Fachprogramm 2017

Architektur in der Bestattungsbranche - Trauer braucht Raum

Donnerstag, 25. Mai 2017 - 13:00 Uhr

Referent:

  • Frank Jochem

Frank Jochem ist Bestatter und Innenarchitekt und wird im Rahmen seines Vortrages von seinen persönlichen Erfahrungen aus der Bestattungsbranche berichten.

Der Vortrag widmet sich folgenden Schwerpunktthemen: Schaufenster Situation, Offenheit-Transparenz-Konfrontation mit dem Tod, Schwellenangst, Verweildauer der Angehörigen am Sarg während der Abschiednahme, positive und negative Wahrnehmung/Außendarstellung der Institute, Websites, Präsentation in der Trauerhalle, Atmosphären und Behaglichkeit der Räume in den Institute, Umsatzsteigerung/Wachstum durch Architektur.

Weitere Informationen finden Sie unter www.pietaet-jochem.de und unter www.frankjochem.de.

Alternative Grabkonzepte – Neues Leben auf dem Friedhof

Freitag, 26. Mai 2017 - 11:00 Uhr

Referent/in:

  • Tobias Muschalek (Geschäftsführer des Landesverbandes Gartenbau Sachsen e.V. und der Dauergrabpflegegesellschaft Sächsischer Friedhofsgärtner GmbH)
  • Sandra Theusner (Sachbearbeiterin Dauergrabpflegegesellschaft Sächsischer Friedhofsgärtner GmbH)

Die Friedhofskultur unterliegt einem Wandel. Das ist dem Zeitgeist geschuldet. Die Entwicklung auf den Friedhöfen ist vielseitig. Es ist wichtig, zeitgemäße Angebote zu schaffen, um die Friedhöfe attraktiv für die Zukunft zu sichern. Dazu tragen auch die alternativen gartenähnlichen Grabfelder bei, wo die Menschen in einem würdevollem Umfeld trauern können.

Die Friedhöfe als Orte der Besinnung sowie Begegnung haben es verdient stärker in das Blickfeld der Menschen zu rücken. Sie können mit der Familie besucht werden – sie sind „Mitten im Leben“. Und oftmals die letzten Biotope einer Stadt. Sie eignen sich hervorragend für  Tier- und Pflanzenbeobachtungen uvm..

Friedhöfe mit ihren grünen Oasen wirken sich  positiv auf das Lebensgefühl der Menschen aus. Die Friedhöfe der Zukunft sollten den Menschen wieder Lust auf Grün machen.

Erinnerungskultur und Kunst

Freitag, 26. Mai 2017 - 13:00 Uhr

Referent/in:

  • Susan Donath
  • Max Vörtler


Der Vortrag ist zweigeteilt. Zunächst informiert Max Vörtler über den Verein Denk mal Fort! e.V. - Die Erinnerungswerkstatt Dresden, Anliegen, Ziele, Aktivitäten. Anschließend erzählt die Künstlerin Susan Donath über ihre künstlerischen Arbeiten, Gedanken, Intentionen. Susan Donath beschäftigt sich mit Sepulkralkultur (Toten- und Sterbekultur) und hat besonders grenzüberschreitende Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichen Dissonanzen und den damit verbundenen Tabus im Fokus.

Kurzvorstellung Verein Denk Mal Fort! e.V. – Die Erinnerungswerkstatt Dresden: Der 2014 gegründete Verein ist ein Zusammenschluss von BürgerInnen, denen das historische Erbe der Stadt am Herzen liegt. Dem Verein ist es wichtig, Friedhöfe mit ihrer häufig bedrohten historischen Substanz als begehbare Geschichtsbücher der Stadt für die nächsten Generationen zu bewahren und insbesondere über die Denkmale und Gräber der Toten von Krieg und Gewaltherrschaft zu informieren.Daher engagiert sich der Verein in den Bereichen Friedhofskultur, Denkmalpflege, historische Bildung und Jugendarbeit. Weitere Informationen finden Sie unter http://denkmalfort.de/

Trauer ist nicht „schwarz" - bunte Vielfalt durch Individualisierung

Samstag, 27. Mai 2017 - 11:00 Uhr

Referent:

  • Matthias Hennig


Die Veränderungen in der Bestattungs- und Trauerkultur in Deutschland zeigen immer neue Facetten. Es ist die Zeit wo alles „Kann und nichts Muss". Welches sind die Trends die kommen und bleiben?  Wünschen Hinterbliebene immer mehr Individualität in einer Trauerfeier? 

Das sind Fragen die in der Bestattungsbranche alle interessieren und die diskutiert werden. In einer ersten öffentlichen Umfrageauswertung werden Meinungen und Erfahrungen von Verbrauchern und Bestattungsunternehmen genutzt, um eine mögliche These aufzustellen. Anschließend erhalten interessierte Bestattungsunternehmen allgemeine Anregungen, Empfehlungen  und Verkaufshilfen für ein Beratungsgespräch zu individualisierten Produkten. 

Drei Liter Tod – Mein Leben im Krematorium

Samstag, 27. Mai 2017 - 13:00 Uhr

Referentin:

  •  Juliane Uhl


Juliane Uhl arbeitet in einem Krematorium, sie hat den Tod immer neben sich. Als sie den Auftrag bekam, ein Buch über das dunkle Thema zu schreiben, wollte sie Licht in die Sache bringen. Ihre Erfahrungen sind spannend, informativ, emotional und sogar manchmal witzig. Selten hat jemand so lebendig und klar über den Tod geschrieben. Das Buch ist in seiner Klarheit, der sehr konkreten Wortwahl und den Bildern, die im Kopf entstehen, der Eisbrecher für das Tabuthema Tod.

DREI LITER TOD ist ein fesselndes Buch über das Lebensende. Und es ist das, was der verstorbene US-amerikanische Professor Randy Pausch einen HEAD FAKE nennt, eine mentale Täuschung: Denn eigentlich geht es in DREI LITER TOD vor allem um eines - um das Leben.

Es erwartet Sie eine Veranstaltung im Angesicht des Todes, ein Einblick in das Sterben und in das tot sein. Texte aus dem Buch werden kombiniert mit Musik. Am E-Piano sitzt Christian Frosch, Teilzeitsargträger bei den Halloren. Sie werden lachen, vielleicht weinen, erschrocken sein. Am Ende aber wird eine angenehme Leere entstehen, die bereit ist, wieder gefüllt zu werden und sich das Leben nochmal genauer anzusehen.

Führung auf dem Nordfriedhof

Samstag, 27. Mai 2017 - 17:00 Uhr

Nordfriedhof an (Kannenhenkelweg 1,  01109 Dresden: schmalen Weg folgen, der durch ein Waldgebiet führt).


Zum Nordfriedhof
Der 1901 eröffnete städtische Nordfriedhof ist Teil der Ende des 19. Jahrhunderts für die königlich-sächsische Armee erbauten Militärstadt Alberstadt und diente hauptsächlich als Bestattungsort für gefallene Soldaten des 1. und 2. Weltkrieges. Hinzu kommen Sowjetische Kriegsgefangene und ZwangsarbeiterInnen, durch die Wehrmachtsjustiz Verurteilte sowie Tote der Luftangriffe auf Dresden unterschiedlicher Nationen. Die oft unmittelbare Nähe von Opfern und Tätern zeigt auf kleinem Raum die Komplexität von Krieg, Leid und Erinnerung. 

Der Nordfriedhof ist allerdings kein klassischer Soldatenfriedhof, sondern eher wie ein bürgerlicher Friedhof im damaligen zeitgenössischen Stil erbaut und gestaltet. Lassen Sie sich zu einem Spaziergang verführen und erfahren Sie nebenbei, was der Friedhofsträger, der Städtische Eigenbetrieb Friedhofs- und Bestattungswesen Dresden, und  der Verein DenkMalFort! e.V. auf die Beine stellen, um das vergessene Areal aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken. 

Voranmeldung erwünscht und möglich über:

Heike Richter Denk Mal Fort! e.V. – Die Erinnerungswerkstatt Dresden
Tel.: 0162 – 279 5116
garnisonfriedhof.dresden@gmail.com



Änderungen vorbehalten, Stand: 14.11.2016